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Strahlendosis

Wissenswertes über Röntgenstrahlen


Die Messeinheit der Strahlenexposition

Das Sievert (Einheitenzeichen: Sv), benannt nach dem schwedischen Mediziner und Physiker Rolf Sievert (1896-1966), ist die Maßeinheit verschiedener „gewichteter“ Strahlendosen. Dies besagt, dass die „biologische Wertigkeit“, also die Fähigkeit verschiedener Strahlungsarten, das biologische Gewebe in unterschiedlichem Maße zu schädigen, mit einberechnet wird.

Da 1 Sv eine relativ große Äquivalentdosis darstellt, werden praktisch vorkommende Werte in der Regel in Millisievert (mSv) angegeben.


Auch ohne medizinische Strahlenbelastung ist der menschliche Körper täglich einer gewissen Strahlendosis ausgesetzt

Die natürliche Strahlenbelastung stammt aus verschiedenen Quellen. Neben kosmischer und terrestrischer Strahlung ist in erster Linie das überall in der Natur vorkommende Edelgas „Radon“ zu nennen, welches für etwa die Hälfte der natürlichen Strahlenexposition verantwortlich ist.

Körpereigene Reparatur- und Abwehrmechanismen sorgen dafür, dass diese natürliche Strahlenexposition keine schädlichen Folgen hat. In Deutschland beträgt die natürliche Strahlenbelastung etwa 2,4 mSv pro Jahr, wobei dies abhängig vom Wohn- bzw. Aufenthaltsort deutlich schwanken kann.

Den größten Anteil der zivilisatorischen Strahlenexposition hat die medizinische Strahlenbelastung mit etwa 1,9 mSv im Jahr. Andere zivilisatorische Quellen wie Atomkraftwerke, Atomunfälle oder Atombomben(tests) machen hier nur einen Bruchteil aus.

Somit kann von einer durchschnittlichen jährlichen Strahlenbelastung des Bundesbürgers von etwa 4,3 mSv ausgegangen werden. Wohlgemerkt steht diese Zahl für den Bundesdurchschnitt. Der einzelne Patient, der keine Röntgenuntersuchung erhält, ist auch keiner medizinischen Strahlenexposition ausgesetzt.


Modernste Technik und fachärztliche Kompetenz für minimale Strahlendosis

Die Strahlenexposition durch radiologische Untersuchungen wurde in den letzten Jahren und Jahrzehnten durch ständige Verbesserung innovativer Techniken deutlich reduziert. Sie als Patient profitieren von dieser technischen Entwicklung durch den Einsatz modernster Bildgebender Verfahren in unserer Praxis. So wird z.B. bei unserem modernen Computertomografen die Dosis während der Untersuchung individuell auf die jeweils durchlaufene Organregion und die Patientenstatur angepasst (CareDose®), um unnötige Strahlenbelastung zu vermeiden.


„Der beste Strahlenschutz ist die Vermeidung der Strahlenexposition“. Aus diesem Grunde prüfen wir die Indikation zur jeweiligen Untersuchung sorgfältig in jedem Einzelfall und wählen die sinnvollste, am wenigsten belastende Untersuchungsmodalität für Sie aus.


Auch für uns gilt das „ALARA-Prinzip“. Hierbei steht ALARA als Akronym für “As Low As Reasonably Achievable”, gemeint ist hier, die Strahlenbelastung so gering zu halten, wie dies mit vernünftigen Mitteln zu erreichen ist.


Die einzelnen Dosen im Vergleich

Um Ihnen einen Eindruck über die Strahlenexposition bei verschiedenen von uns durchgeführten Röntgen- und CT-Untersuchungen zu geben, haben wir Ihnen im Folgenden einige Werte im Vergleich aufgeführt. Technisch bedingt ist die Strahlenbelastung in der Computertomografie höher als im konventionellen Röntgen, ebenso ist natürlich die Aussagekraft der Untersuchung unvergleichbar höher als beim Röntgen.


Zur Verdeutlichung sei noch folgender Vergleich genannt: Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes entspricht etwa dem, was in 9-14 Tagen an natürlicher Strahlenbelastung ohnehin auf Sie einwirkt. Ein Transatlantikflug liegt sogar geringfügig darüber, falls Sie wieder zurückfliegen. Übrigens liegt auch das Rauchen einer Zigarette hinsichtlich der damit verbunden Strahlendosis (ca. 0,07 mSv, siehe Tabelle unten) in etwa in dieser Größenordnung!

 

Strahlendosen natürlicher und medizinischer Strahlenexposition

Effektive Dosen in mSv, Jährliche Gesamtstrahlenbelastung

Natürliche Strahlenexposition insgesamt

ca 2,4 mSv/Jahr

Zivilisatorisch: Medizin

ca 1,8 mSv/Jahr

Zivilisatorisch: Sonstige

ca 0,1 mSv/Jahr

Gesamt

ca 4,3 mSv/Jahr

Ungefähre effektive Dosen häufiger Röntgen-Untersuchungen in mSv
(Patient mit 75 kg):

Röntgen

 

Röntgen von Extremitäten (Hand, Fuss)

0,01-0,1

Rö-Thorax (Brustkorb)

0,05-0,1

Mammografie bds.

0,2-0,6

Röntgen Brustwirbelsäule in 2 Ebenen

0,5-0,8

Röntgen Lendenwirbelsäule in 2 Ebenen

0,8-1,8

Röntgen Nieren (Ausscheidungsurografie)

2-5

Computertomographie

 

Kopf

2-4

Wirbelsäule

2-11

Thorax (Brustkorb)

6-10

Bauch (Abdomen, abhängig von der genauen Technik)

10-20

Herz CT-Calcium-Scoring

2

Herz CT-Koronarangiographie

10-15

qCT (Knochendichtemessung)

0,05

Zum Vergleich:

Transatlantikflug (San Francisco, hin und zurück)

ca. 0,1

Berufspilot

bis ca. 5 mSv/Jahr

Rauchen einer Zigarette

ca. 0,07

Reaktorunfall Tschernobyl am 26.04.1986 im ersten Jahr zusätzlich

ca. 1 mSv/Jahr (Bayern)

Reaktorunfall Tschernobyl am 26.04.1986 zur Zeit noch zusätzlich

ca. 0,016 mSv/Jahr